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letzte Aktualisierung:06.04.2026   
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klick hier: Hertha BSC vs Nürnberg 2:1 vom 01.03.2026
Später Jubel
Dank Brekalo! Hertha schlägt Nürnberg 2:1
BZ vom 01.03.2026 vin Roberto Lamprecht

Na also, geht doch! Nach dem 2:5-Debakel in Paderborn und dem verpatzten Aufstieg schafft Hertha ein kleines bisschen den Neustart. 2:1 gegen Nürnberg dank Doppelpack von Josip Brekalo – nicht schön, nicht souverän, aber ganz wichtig, um den Abwärtstrend zu stoppen.

Für Trainer Stefan Leitl ist es der zweite Sieg in den letzten 10 Spielen. Dennoch sagt er zum Thema Aufstieg: "Die Tür bleibt zu. Diese ehrlichen Worte will keiner hören. Aber das ist die Wahrheit. Wir wollen am Ende auf den 6. Platz kommen."

Leitl wagt ein kleines bisschen Neustart, setzt Cuisance, Leistner, Eitschberger, Winkler und Schuler auf die Bank, dafür kommen Brekalo, Kolbe, Dudziak, Sessa und Kownacki rein.
Und Leitl holt in der 64. Minute Hertha-Star Fabian Reese vom Platz. Ein Zeichen? Leitl: "Er hat sehr viel investiert. Wir brauchten frische Kräfte von der Bank." An Reese lief das Spiel meist vorbei.

Dafür dreht Brekalo auf. Nach Pass von Dudziak zieht der Außenstürmer von links in die Mitte, trifft aus 15 Metern mit 103 km/h ins lange Eck zum 1:0 (20.). Hertha optisch überlegen, Nürnberg macht mit der einzigen Chance den Ausgleich: Kopfball von Baack, Karbownik hatte gepennt (45.+1). Torwart Tjark Ernst: "Extrem ärgerlich, weil wir in der Box nicht am Mann verteidigen. Das zieht sich durch die Saison."

Brekalo mit dem späten Siegtreffer Zum Glück gibt es Brekalo.

Sein Siegtreffer ist fast eine Kopie des ersten Treffers (88.). Brekalo: "Wir haben eine Reaktion gezeigt. Wir sind nicht da, wo wir sein wollen. Da war es wichtig, heute zu gewinnen. Wir haben noch 10 Spiele." Torwart Ernst: "Heute ging es um die Ehre nach dem Paderborn-Murks."

PS: Leitl strich Pascal Klemens aus dem Kader. Grund: Der Kaugummi-Vertragspoker und dessen fehlendes Bekenntnis zu Hertha. Der Trainer erklärt: "Es muss Klarheit herrschen für die neue Saison. Der Ball liegt jetzt seit über einem Jahr bei Passi. Wir müssen Dinge klären, dann kehrt er zu seiner Stärke zurück."

BZ vom 01.03.2026

2:1 bei Preußen Münster
Winkler schießt Hertha spät zum Sieg
BZ vom 08.03.2026

Münster – Ohne Aufstiegsdruck fährt Hertha BSC die Punkte ein. In Münster gewannen die Berliner zum zweiten Mal in Folge – auch wenn der Sieg erst in der Nachspielzeit gelang.

Hertha setzte sich bei Abstiegskandidat Preußen Münster mit 2:1 (1:0) durch. Vor 12.794 Fans sorgte Fabian Reese (45.+4 Minute) per Foulelfmeter für die Führung der Hertha, Jannis Heuer (46.) glich kurz nach der Pause aus. Marten Winkler (90.+3) schoss die Hauptstädter schließlich zum Sieg.

Nach dem 2:1 gegen Nürnberg sollte beim abstiegsgefährdeten Münster der zweite Sieg nacheinander für die Hertha folgen. Auch wenn Trainer Stefan Leitl sein Team beim Thema Aufstieg nach dem 2:5 in Paderborn vor zwei Wochen nicht mehr in der Verlose sieht, so hatte der 48-Jährige die verbleibenden Spiele zu einer Art Casting für die kommende Saison ausgerufen. Der Trainer möchte Platz sechs erreichen und dabei sehen, auf welchen Spieler er in der kommenden Saison setzen kann.

Kuriose VAR-Entscheidung

Seiner Favoritenrolle wurde die Hertha zunächst gerecht. Die Berliner hatten deutlich mehr Ballbesitz und waren in ihren Abschlüssen gefährlicher als Münster. Doch aus den Möglichkeiten von Josip Brekalo (14./31.) und Michal Karbownik (34.) konnte man kein Kapital aus der Feldüberlegenheit schlagen.

Aufregung dann kurz vor der Pause. Der in die Startelf zurückgekehrte Michaël Cuisance geht an der Strafraumgrenze nach einem Zweikampf mit Niko Koulis zu Boden. Schiedsrichter Felix Bickel wurde vom Videoreferee zur Überprüfung am Bildschirm gerufen, der Monitor blieb auf den TV-Bildern jedoch schwarz. Laut Sky, das sich auf den Sicherheitsdienst berief, hatten zwei Vermummte den Stecker beim Bildschirm gezogen. In seiner Durchsage berief sich Bickel auf seine Video-Kollegin Katrin Rafalski und entschied auf Strafstoß.

Den verwandelte Reese sicher ins untere rechte Eck. Nur zwei Minuten später sah der Stürmer für ein Foul im Mittelfeld die Gelbe Karte. Damit fehlt Reese kommenden Samstagabend im Top-Spiel gegen den VfL Bochum.

Münster schlägt zurück

Nach der Halbzeitpause hatte Münster direkt seinen ersten Eckball. In einer Variante schlug Oliver Batista Meier eine Flanke in den Strafraum, dort köpfte Heuer den überraschenden Ausgleich. Münster war nun besser im Spiel, Hertha erholte sich nur allmählich von dem unerwarteten Gegentor. Der Spielfluss kam abhanden, Berliner Chancen blieben aus.

Ein Schuss aus der Distanz von Julian Eitschberger (87.) wurde gehalten, Morten Winkler (90.+1) traf aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig. Doch in der Nachspielzeit machte es der 23-Jährige besser und schloss einen sehenswerten Konter erfolgreich ab.

BZ vom 08.03.2026

Platzverweis in Dresden
Brekalo-Rot! So will Hertha die Strafe drücken
BZ vom 06.04.2026 von Roberto Lamprecht und Carsten Priefer

Zweimal durfte Josip Brekalo (27) als Spielmacher für Michael Cuisance (26) ran, zweimal siegte Hertha (5:2 in Düsseldorf, 1:0 bei Dynamo Dresden). Doch jetzt fällt er mit Rotsperre aus, nachdem er von oben das Schienbein von Gegenspieler Robert Wagner (22) rasiert hat. Hertha zittert deshalb, fragt sich: Wie schlimm wird das Urteil, das am Dienstag oder Mittwoch erwartet wird?


Trainer Stefan Leitl (48) nennt Argumente, warum Brekalo eine milde Strafe bekommen sollte: "Die Karte kann man geben, es war aber keine Absicht. Ich bin froh, dass Robert Wagner weiterspielen konnte und keine Verletzung davongetragen hat. Josip tut es unendlich leid. Ich hoffe, dass wir eine milde Strafe bekommen für diese Aktion." Folgt das Sportgericht dieser Sichtweise und spricht nur eine Zwei-Spiele-Sperre aus? Der Kontrollausschuss des DFB befasst sich am Dienstag mit dem Fall und stellt im Anschluss Strafantrag beim Sportgericht. Leitl: "Vielleicht guckt diesmal ja jemand drauf, der ein bisschen Fußballsachverstand hat."

Hertha-Trainer Stefan Leitl hofft auf eine milde Strafe

Eine Anspielung auf die letzte 3-Spiele-Sperre für Hertha-Stürmer Dawid Kownacki (29), der gegen Darmstadt beim 2:2 ein deutlich leichteres Foul beging (Fußfeger von hinten). Leitl sagte damals vor dem Urteil: "Das war keine Tätlichkeit, das war ein taktisches Foul. Ich hoffe, dass richtig entschieden wird." Leider nicht, sogar der anschließende Einspruch wurde abgeschmettert. Und wie geht es jetzt bei Brekalo aus?

Bitter für den kroatischen Ex-Nationalspieler (35 Länderspiele, 4 Treffer): Er benötigt noch einen Startelf-Einsatz, dann verlängert sich sein Vertrag um ein Jahr. Sechs Partien sind in der 2. Liga noch zu spielen. Das müsste trotz drohender Strafe zu schaffen sein.

Für Hertha-Coach Leitl ist der Verzicht auf Brekalo schmerzhaft, er ist für ihn ein absoluter Unterschiedsspieler. Leitl: "Ich bin sehr zufrieden mit Josip. Solche Spieler brauchen wir, um erfolgreich zu sein." Gegen Kaiserslautern (11. April) müssen andere für Brekalo in die Bresche springen. Dann folgen Braunschweig und Holstein Kiel.

BZ vom 06.04.2026

So konnte es eskalieren
5 Gründe für das Chaos bei Dynamo gegen Hertha
BZ vom 06.04.2026 von Tim Schlegel und Patrick Franz

Wie konnte es nur zu dieser Eskalation kommen? Diese Frage muss im Mittelpunkt der Aufarbeitung des Skandal-Spiels zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin stehen. B.Z. listet die Schwachstellen im Sicherheitskonzept des Rudolf-Harbig-Stadions auf.


Wichtig: Die Dresdner Arena ist eigentlich bewährt in der Ausrichtung von Hochrisikospielen. Seit der Eröffnung 2009 kam es noch nie zu einem direkten Aufeinandertreffen rivalisierender Fangruppen. Dennoch ist nach den Ereignissen von Samstagabend der Zeitpunkt gekommen, alles neu zu bewerten. Denn die Probleme wurden von den Chaoten beider Vereine zur Schau gestellt.

Gästeblock zu leicht zu überwinden

Weil Hertha nach der 10-Prozent-Vorgabe der DFL im 30.000-Zuschauer-Stadion ein Kontingent von rund 3000 Tickets zustand, wurde der eigentliche Gästebereich um einen schmalen Teilblock des Heimbereichs erweitert. Doch dieser war nicht mit einer Plexiglas-Umrandung abgetrennt und sorgte dafür, dass mit einem einfachen Sprung der Zutritt zum Innenraum möglich wurde.

Hinzu kommt, dass die Berliner Anhänger sich einen Durchgang zwischen ihren beiden Blöcken schafften, indem sie ein Loch ins Plexiglas rammten. So konnten Hertha-Ultras sich komplett frei bewegen.

Zwar war die Separierung zu den Dynamo-Fans in den angrenzenden Blöcken durch ein Trennnetz gewährleistet, aber es braucht für solche Fälle eine Möglichkeit, den Zugang zum Spielfeld besser zu sichern. Möglich, dass zur festen Plexiglas-Einrichtung eine mobile Zusatzvariante für den Nebenblock angeschafft werden muss, wenn so viele Gästefans bei einem Risikospiel anreisen.

Überfordertes Security-Personal

In den entscheidenden Momenten – also beim Aufeinandertreffen der Fanlager – waren zu wenig Ordner vor dem Hertha-Block zu sehen. Noch dazu schienen sie offensichtlich nicht gut auf eine solche Extremsituation eingestellt. Dabei hatten die Berliner eigene Ordner mitgebracht, um ihre Fans zu begleiten.

Polizei brauchte zu lange

Obwohl 750 Beamte im Einsatz waren, wirkte ihr Auflaufen im Harbig-Stadion verzögert. Die Dresden-Hooligans hatten bereits die Hertha-Kurve erreicht und es kam zu direkten Gewalteinwirkungen inklusive des gegenseitigen Abwerfens mit Pyro-Gegenständen. Dabei hatten die Personen aus dem Dynamo-Block nicht einmal den direkten und kürzesten Weg diagonal übers Spielfeld genommen, sondern waren um den Platz gerannt. Ein deutliches Indiz, dass das Einschreiten der Polizei zu lang dauerte.Erst nach den Vorfällen wurden Polizisten direkt in den Stadionzugängen – den sogenannten Mundlöchern – positioniert, um schneller reagieren zu können.

Pyro-Mengen werfen Fragen auf


Dass auch durch intensive Kontrollen nicht komplett unterbunden werden kann, Bengalos oder Raketen mit ins Stadion zu bringen, ist ein deutschlandweit bekanntes Problem. Die Schwierigkeit in Dresden lag aber an den extremen Mengen, die Hertha-Fans in die Arena schmuggelten. So kam es zu einer dichten Verneblung im Stadion, in welchem Zusammenhang die vermuteten Banner-Diebstähle beider Seiten stattfanden und möglicherweise die Eskalation so erst in Gang kam.

Gästekontingente der Liga im Visier

Auch die oben beschriebene 10-Prozent-Regel in den Statuten des Ligaverbandes, die sich die 36 Klubs selbst gegeben haben, muss infrage gestellt werden. Wenn diese bei einer Hochrisiko-Begegnung nicht erfüllt werden kann, ohne baulich die Sicherheit im Stadion noch zu gewährleisten, muss generell über Reduzierungen für den Heimverein gesprochen werden. Sprich: Flexible Anpassung an die Situation vor Ort geht dann vor.

BZ vom 06.04.2026