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letzte Aktualisierung:11.05.2026   
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Platzverweis in Dresden
Brekalo-Rot! So will Hertha die Strafe drücken
BZ vom 06.04.2026 von Roberto Lamprecht und Carsten Priefer

Zweimal durfte Josip Brekalo (27) als Spielmacher für Michael Cuisance (26) ran, zweimal siegte Hertha (5:2 in Düsseldorf, 1:0 bei Dynamo Dresden). Doch jetzt fällt er mit Rotsperre aus, nachdem er von oben das Schienbein von Gegenspieler Robert Wagner (22) rasiert hat. Hertha zittert deshalb, fragt sich: Wie schlimm wird das Urteil, das am Dienstag oder Mittwoch erwartet wird?


Trainer Stefan Leitl (48) nennt Argumente, warum Brekalo eine milde Strafe bekommen sollte: "Die Karte kann man geben, es war aber keine Absicht. Ich bin froh, dass Robert Wagner weiterspielen konnte und keine Verletzung davongetragen hat. Josip tut es unendlich leid. Ich hoffe, dass wir eine milde Strafe bekommen für diese Aktion." Folgt das Sportgericht dieser Sichtweise und spricht nur eine Zwei-Spiele-Sperre aus? Der Kontrollausschuss des DFB befasst sich am Dienstag mit dem Fall und stellt im Anschluss Strafantrag beim Sportgericht. Leitl: "Vielleicht guckt diesmal ja jemand drauf, der ein bisschen Fußballsachverstand hat."

Hertha-Trainer Stefan Leitl hofft auf eine milde Strafe

Eine Anspielung auf die letzte 3-Spiele-Sperre für Hertha-Stürmer Dawid Kownacki (29), der gegen Darmstadt beim 2:2 ein deutlich leichteres Foul beging (Fußfeger von hinten). Leitl sagte damals vor dem Urteil: "Das war keine Tätlichkeit, das war ein taktisches Foul. Ich hoffe, dass richtig entschieden wird." Leider nicht, sogar der anschließende Einspruch wurde abgeschmettert. Und wie geht es jetzt bei Brekalo aus?

Bitter für den kroatischen Ex-Nationalspieler (35 Länderspiele, 4 Treffer): Er benötigt noch einen Startelf-Einsatz, dann verlängert sich sein Vertrag um ein Jahr. Sechs Partien sind in der 2. Liga noch zu spielen. Das müsste trotz drohender Strafe zu schaffen sein.

Für Hertha-Coach Leitl ist der Verzicht auf Brekalo schmerzhaft, er ist für ihn ein absoluter Unterschiedsspieler. Leitl: "Ich bin sehr zufrieden mit Josip. Solche Spieler brauchen wir, um erfolgreich zu sein." Gegen Kaiserslautern (11. April) müssen andere für Brekalo in die Bresche springen. Dann folgen Braunschweig und Holstein Kiel.

BZ vom 06.04.2026

So konnte es eskalieren
5 Gründe für das Chaos bei Dynamo gegen Hertha
BZ vom 06.04.2026 von Tim Schlegel und Patrick Franz

Wie konnte es nur zu dieser Eskalation kommen? Diese Frage muss im Mittelpunkt der Aufarbeitung des Skandal-Spiels zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin stehen. B.Z. listet die Schwachstellen im Sicherheitskonzept des Rudolf-Harbig-Stadions auf.


Wichtig: Die Dresdner Arena ist eigentlich bewährt in der Ausrichtung von Hochrisikospielen. Seit der Eröffnung 2009 kam es noch nie zu einem direkten Aufeinandertreffen rivalisierender Fangruppen. Dennoch ist nach den Ereignissen von Samstagabend der Zeitpunkt gekommen, alles neu zu bewerten. Denn die Probleme wurden von den Chaoten beider Vereine zur Schau gestellt.

Gästeblock zu leicht zu überwinden

Weil Hertha nach der 10-Prozent-Vorgabe der DFL im 30.000-Zuschauer-Stadion ein Kontingent von rund 3000 Tickets zustand, wurde der eigentliche Gästebereich um einen schmalen Teilblock des Heimbereichs erweitert. Doch dieser war nicht mit einer Plexiglas-Umrandung abgetrennt und sorgte dafür, dass mit einem einfachen Sprung der Zutritt zum Innenraum möglich wurde.

Hinzu kommt, dass die Berliner Anhänger sich einen Durchgang zwischen ihren beiden Blöcken schafften, indem sie ein Loch ins Plexiglas rammten. So konnten Hertha-Ultras sich komplett frei bewegen.

Zwar war die Separierung zu den Dynamo-Fans in den angrenzenden Blöcken durch ein Trennnetz gewährleistet, aber es braucht für solche Fälle eine Möglichkeit, den Zugang zum Spielfeld besser zu sichern. Möglich, dass zur festen Plexiglas-Einrichtung eine mobile Zusatzvariante für den Nebenblock angeschafft werden muss, wenn so viele Gästefans bei einem Risikospiel anreisen.

Überfordertes Security-Personal

In den entscheidenden Momenten – also beim Aufeinandertreffen der Fanlager – waren zu wenig Ordner vor dem Hertha-Block zu sehen. Noch dazu schienen sie offensichtlich nicht gut auf eine solche Extremsituation eingestellt. Dabei hatten die Berliner eigene Ordner mitgebracht, um ihre Fans zu begleiten.

Polizei brauchte zu lange

Obwohl 750 Beamte im Einsatz waren, wirkte ihr Auflaufen im Harbig-Stadion verzögert. Die Dresden-Hooligans hatten bereits die Hertha-Kurve erreicht und es kam zu direkten Gewalteinwirkungen inklusive des gegenseitigen Abwerfens mit Pyro-Gegenständen. Dabei hatten die Personen aus dem Dynamo-Block nicht einmal den direkten und kürzesten Weg diagonal übers Spielfeld genommen, sondern waren um den Platz gerannt. Ein deutliches Indiz, dass das Einschreiten der Polizei zu lang dauerte.Erst nach den Vorfällen wurden Polizisten direkt in den Stadionzugängen – den sogenannten Mundlöchern – positioniert, um schneller reagieren zu können.

Pyro-Mengen werfen Fragen auf


Dass auch durch intensive Kontrollen nicht komplett unterbunden werden kann, Bengalos oder Raketen mit ins Stadion zu bringen, ist ein deutschlandweit bekanntes Problem. Die Schwierigkeit in Dresden lag aber an den extremen Mengen, die Hertha-Fans in die Arena schmuggelten. So kam es zu einer dichten Verneblung im Stadion, in welchem Zusammenhang die vermuteten Banner-Diebstähle beider Seiten stattfanden und möglicherweise die Eskalation so erst in Gang kam.

Gästekontingente der Liga im Visier

Auch die oben beschriebene 10-Prozent-Regel in den Statuten des Ligaverbandes, die sich die 36 Klubs selbst gegeben haben, muss infrage gestellt werden. Wenn diese bei einer Hochrisiko-Begegnung nicht erfüllt werden kann, ohne baulich die Sicherheit im Stadion noch zu gewährleisten, muss generell über Reduzierungen für den Heimverein gesprochen werden. Sprich: Flexible Anpassung an die Situation vor Ort geht dann vor.

BZ vom 06.04.2026
klick hier: Hertha BSC vs Holstein Kiel 0:1 vom 25.04.2026
von links nach rechts: Wolfgang Sidka - Manu - Karl-Heinz Granitza
Hertha-Wahnsinn
VAR nimmt Tor und Elfer zurück! Starke Berliner verlieren
BZ vom 25.04.2026 von Roberto Lamprecht

Das erklärte Ziel von Hertha-Trainer Stefan Leitl (48) waren zwölf Zähler aus den letzten vier Spielen. Daraus wird nach der irren 0:1-Heimpleite vor 47.280 Zuschauern gegen Holstein Kiel auch nichts mehr. Trotz 23:6 Torschüssen geht Hertha am Ende leer aus. Zuvor war mit dem Bundesliga-Aufstieg das größte Saisonziel bereits verpasst worden.

Die einzige gute Nachricht für Hertha gab es schon mit Anpfiff: Weil Winterneuzugang Josip Brekalo (27) sein siebtes Spiel in der Startelf machte, verlängerte sich sein Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2027. Grund ist eine Klausel, die für die Verlängerung 50 Prozent aller 14 möglichen Startelfeinsätze seit seiner Verpflichtung verlangte. Nach nur 59 Sekunden Spielzeit wurde Brekalo auch schon von seinen Teamkameraden gefeiert, doch sein 1:0 gegen Kiel wurde vom VAR wegen vorheriger, knapper Abseitsstellung von Luca Schuler wieder einkassiert.

Überhaupt begannen die Berliner im neuen Sondertrikot, das dem der ersten Berliner Meisterschaft von 1906 ähnelt, furios. Doch die besten Chancen wurden durch Reese (15.), Schuler (57.) und Cuisance (61.) vergeben.
Sogar ein Foulelfmeter an Linus Gechter (45.) wurde vom VAR zurückgenommen, weil Zeefuik etwa 30 Sekunden vorher einen Zentimeter im Abseits gestanden haben soll.

Verrückt: Nach einem Sturmlauf mit 15:1 Torschüssen für die Herthaner gingen plötzlich die schwachen Gäste in Führung. Einen Rosenboom-Einwurf legte Kieler Phil Harres im Duell mit Herthas Marton Dardai geschickt zurück und Joker Jonas Therkelsen hämmerte den Ball zum 0:1 (63.) rein.

Herthas schlimme Heimbilanz kostete den Aufstieg

Der nächste Tiefschlag im Olympiastadion, wo die Blau-Weißen in 16 Heimspielen nur fünf Siege erringen konnten. Dazu kamen fünf Remis und nun sechs Pleiten. Viel zu wenig, um aufzusteigen. Auch bitter: Paul Seguin sah die 5. Gelbe Karte und fehlt damit nächste Woche in Magdeburg. Am Ende unterlagen starke Berliner wegen einer miserablen Chancenverwertung. Auch Gechter (74.) und Kownacki (88.) köpften noch aus Kurzdistanz vorbei. Kiel ist mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen das Team der Stunde und hat den Klassenerhalt fast geschafft.

BZ vom 25.04.2026

klick hier: Hertha vs Greuther Fürth 2:1 vom 10.05.2026
Hertha gewinnt mal wieder
War das schon Eichhorns Abschieds-Tor?
BZ vom 10.05.2026 von Carsten Priefer

Im Olympiastadion gelingt Hertha BSC doch noch ein versöhnlicher Abschluss: Im letzten Heimspiel der Saison gewinnen die Berliner 2:1 (0:0) gegen Greuther Fürth.

Trainer Stefan Leitl (48) das Spiel gegen die abstiegsbedrohten Franken zur Charakterfrage ausgerufen. Und den bestehen die Berliner, obwohl es in der ersten Halbzeit nicht danach aussieht.

Negativer Höhepunkt bis zur Pause: die Rote Karte gegen Josip Brekalo. Bei einem Fürther Konter bringt der Kroate den frei durchlaufenden Gegenspieler Klaus zu Fall. Schiri Bacher entscheidet auf Notbremse.
Die zweite Rote Karte für den Offensivmann, seitdem er in der Winterpause zu Hertha gewechselt ist (32.).

Eichhorn erzielt sein erstes Zweitliga-Tor

Immerhin gelingt Hertha in Unterzahl die Führung: Kennet Eichhorn dribbelt mit dem Ball mühelos durch die Fürther Abwehr und schießt aus elf Metern zum 1:0 ein. (55.) Das erste Zweitliga-Tor ist wohl auch das Abschiedstor des 16-Jährigen, der den Zweitligisten im Sommer für rund 12 Mio. Euro verlassen wird.

Verlassen wird Hertha auch Toni Leistner, der kein neues Vertragsangebot erhält. Der Verteidiger wird vor dem Spiel lautstark mit Sprechchören der Hertha-Fans verabschiedet. In der Schlussphase wird Leistner dann eingewechselt für Julian Eitschberger (81.).

Michael Cuisance macht nach Vorarbeit von Karbownik mit einem Knaller unter die Latte alles klar – 2:0 (84.). Futkeu trifft noch zum 2:1-Anschluss (88.). Am kommenden Sonntag muss Hertha in Bielefeld ran.

BZ vom 10.05.2026