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letzte Aktualisierung: 27.05.2018    
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Hoffnung Statistik
Warum Hertha immer gerne gegen Frankfurt spielt
von NICOLAS SOWA BZ vom 21.04.2018

Wenn Hertha in Frankfurt antritt, geht es oft sehr torreich zu. Der letzte Sieg bei den Hessen liegt allerdings schon siebeneinhalb Jahre zurück.

Die Frankfurter Eintracht ist für Hertha immer ein gern gesehener Gegner. Gegen kein anderes Team der Liga war Hertha so erfolgreich wie gegen die Hessen. 59 Mal gab es die Partie schon in der ersten Bundesliga, 27 Mal gingen die Berliner als Gewinner vom Platz. Nur 16 Mal ging Hertha als Verlierer vom Platz. Genauso viele Unentschieden gab es zudem noch. Und wenn beide Teams gegeneinander spielen, gibt es zumeist auch viele Tore zu bestaunen. Vor zwei Jahren endete das Berliner Gastspiel am Main 3:3. Ein Doppelpack von Vedad Ibisevic reichte nicht, weil Michael Hector in der letzten Minute noch der Ausgleich für die Eintracht gelang.

Ibisevic trifft gern gegen die Eintracht

Und auch wenn Ibisevic seit 13 Bundesligaspielen ohne Torerfolg ist, ist Frankfurt für den Hertha-Kapitän stets ein gutes Pflaster. Saison- und Vereinsübergreifend traf der Bosnier dort in seinen letzten vier Partien fünf Mal. Noch kurioser ging es im Dezember 2014 zu. Damals gab es torreiches 4:4. Die Berliner lagen damals schon 3:0 und 4:2 in Führung und konnten trotzdem die Führung nicht über die Runden bringen. Zwei Tore von Alex Meier in der Nachspielzeit kosteten am Ende den Sieg. Wenn Hertha gegen Frankfurt spielt, sind Tore eigentlich immer garantiert. Nur 2003 gab es zwischen beiden Teams einmal ein torloses Remis.

In dieser Saison wird am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky, im B.Z. Liveticker) ein Torfestival aber nicht unbedingt zu erwarten sein. Die Eintracht spielt defensiv sehr kompakt und lässt nur wenige Chancen zu. Das war schon bei der 1:2-Hinspielpleite zu sehen, als Hertha zwar gut startete und in Führung ging, aber dann komplett den Faden verlor und gegen aggressive Frankfurter nur noch zu wenig Chancen kam. Und trotz der guten Gesamtstatistik. Der letzte Auswärtssieg der Berliner bei den Hessen liegt auch schon eine Weile zurück. Bei den letzten fünf Auftritten dort gab es vier Mal ein Unentschieden und eine Hertha-Pleite. Im August 2008 verließ Hertha letztmalig als Sieger den Platz. Raffael und Ebert trafen am damaligen ersten Spieltag. Am Ende der Saison verpasste Hertha unter Lucien Favre nur knapp die Champions League. Davon ist Hertha heutzutage weit entfernt, aber Hertha-Trainer Drardai will nach dem erlösenden Erfolg gegen Köln letztes Wochenende auch bei den Hessen punkten. „Wir gehen mit unserem Auswärtssystem voll motiviert in die Partie – dann werden wir sehen, was wir holen können“, sagt er.

BZ vom 21.04.2018horizontale linie
Leckie, Selke und Esswein treffen
3:0! Hertha schießt 3 Tore für 3 Millionen gegen Frankfurt
BZ vom 21.04.2018

Nach einer dürftigen ersten Hälfte dreht Hertha in der zweiten Halbzeit auf und fügt Eintracht Frankfurt einen herben Rückschlag im Kampf um die internationalen Plätze zu.

Da klingelt‘s in der Kasse! Hertha gewinnt im Millionen-Spiel in Frankfurt 3:0. Durch den Sieg stehen die Berliner in der TV-Geld-Tabelle jetzt fast uneinholbar vor der Eintracht. Am Ende der Saison winken dadurch 55 statt bloß 52 Millionen Euro.

3 Tore für 3 Millionen!

Los geht die Tor-Party in der 57. Minute: Selke marschiert links in den Strafraum. Frankfurts Hasebe berührt den Herthaner minimal am linken Fuß, worauf Selke etwas theatralisch zu Boden geht. Schiedsrichter Sascha Stegemann zeigt sofort auf den Punkt. Selke legt sich den Ball schon zurecht, da geht der Unparteiische aber doch noch zum Videobeweis. Nach Ansicht der Bilder bleibt er aber bei seiner Entscheidung. Valentino Lazaro: „Die Warterei ist hässlich, es deckt aber auf, ob es regulär ist oder nicht. Trotzdem wäre es besser, wenn das schneller ginge.“ City-Press GbR) Selke läuft an und verwandelt mit einem strammen Schuss in die Tormitte zum 1:0. Danach rennt er jubelnd mit seinem bekannten Dreifinger-Gruß in die Berliner Fankurve.

Trainer Pal Dardai: „Ich kann nicht sagen, ob es ein 100-pozentiger Elfmeter war. Aber es ist schwierig, gegen die langen Beine von Davie zu verteidigen.“ Nach starker erster Halbzeit mit Großchancen durch Jovic (8., nach Leckie-Patzer) und Gacinovic (19., Latte nach Rekik-Fehlpass) geht den Hessen durch den Rückstand die Luft aus. Bei sehr warmen Temperaturen macht sich jetzt das schwere Pokalspiel drei Tage zuvor auf Schalke (1:0) bemerkbar. Hertha nutzt das aus, kommt durch Mathew Leckie nach Konter zum 2:0 (78.). Genau deshalb hat Dardai dem Außenspieler aufgestellt. Wieder geht Stegemann zum Videobweis, doch Leckie stand nach Pass von Kalou nicht im Abseits.

Leckie: „Ich habe ja zuletzt gesagt, dass ich ganz nahe am Tor dran bin. Ich hoffe auf weitere Treffer. Und auch, dass es noch mit der Europa League klappt.“ Dann wird es hektisch: Selke begeht gegen Hasebe im Mittelfeld ein taktisches Foul. Der Japaner schlägt daraufhin dem Herthaner den Ellbogen ins Gesicht – Rot (79.)! SGE-Trainer Niko Kovac: „Das geht in Ordnung.“ Jetzt hat Hertha leichtes Spiel. In der Nachspielzeit erhöht der gerade eingewechselte Esswein noch auf 3:0 (90.+1). Das wars!

Träumt Hertha durch den Auswärts-Dreier jetzt auch wieder von Europa? Noch trennen die Berliner fünf Punkte von Platz sechs. Dardai: „Daran denke ich noch nicht. Erstmal haben wir nächste Woche das Heimspiel gegen Augsburg, das wir auch gewinnen wollen.“ Und Per Skjelbred, in Frankfurt Herthas Kapitän: „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Aber an den letzten Spieltagen geht es immer chaotisch zu, da alle Teams ein bisschen müde sind.“ Übrigens steht Geburtstagskind Mitchell Weiser (24) am Samstag nicht im Hertha-Kader. Aus Leistungsgründen bekommt der wohl zu Leverkusen wechselnde Weiser eine Denkpause, wie Hertha offiziell begründet.

BZ vom 21.04.2018horizontale linie
Hertha BSC vs FC Augsburg 2:2 vom 28.04.2018
Remis gegen Augsburg 2:2!
Selke rettet Hertha einen Punkt nach müdem Auftritt
BZ vom 28.04.2018 von Carsten Priefer und Marcel Braune

Bis zur Schlussphase bot Hertha einen ganz schwachen Auftritt. Dann holte Selke einen Elfmeter raus und traf drei Minuten später noch zum Aufgleich.

Hertha-Manager Michael Preetz kommt gegen Frankfurt wegen eines Faserrisses (in der Wade (zugezogen beim Fußballspielen) auf Krücken ins Olympiastadion. Und auch Hertha hinkt auf dem Feld lange nur hinterher…

Erst in einem starken Schluss-Spurt rettet Berlin das 2:2 gegen Augsburg. Für den Traum von Europa ist der Punkt allerdings wohl zu wenig. Ausgleichs-Schütze Davie Selke: „Wir waren heute 80 Minuten nicht gut, konnten unsere tolle Form nicht auf den Platz bringen.
Keine Ahnung, wieso. Aber dann haben wir Moral bewiesen. So zurückzukommen, danach sah es lange nicht aus.“ Doch Trainer Pal Dardai beweist ein glückliches Händchen! In der 71. Minute wechselt er beim Stand von 0:2 Sohn Palko Dardai (Bundesligadebüt mit 19 Jahren) und Vedad Ibisevic ein. Mit Ibisecvic als Doppelspitze neben Davie Selke kommt endlich mehr Schwung ins Hertha-Spiel.

Nach Foul des Ex-Herthaners Christoph Janker an Selke verwandelt Ibesevic den fälligen Elfer zum Anschluss (84.). Und auch am Ausgleich ist Ibisevic beteiligt! Einen langen Ball von Vladimir Darida verlängert der Bosnier mit dem Kopf genau in den Lauf von Selke – 2:2 (87.)! Dardai: „Hätten wir den Anschlusstreffer früher gemacht, hätten wir das Spiel noch drehen können. So sind wir mit dem Punkt zufrieden, haben gute Moral gezeigt.“ Und Per Skjelbred: „Das war kein gutes Spiel von uns. Mit der Einwechselung von Vedad haben wir mehr Chancen bekommen. Wir nehmen den Punkt gerne mit.“ Die letzten Minuten versöhnen die 40.935 Fans bei herrlichem Wetter im Olympiastadion für eine katastrophale erste Halbzeit. Dardai: „Nach gutem Start haben wir den Gegner selbst aufgebaut. Das war richtig schlecht von uns.“ Die ersten 45 Minuten ist Hertha komplett im Sommerfußball-Modus. Das Spiel der Berliner ist so trist und grau wie die Trikots der Augsburger. Doch die Schwaben sind in der ersten Halbzeit die klar dominante Mannschaft.

32. Minute: Augsburgs Torjäger Michael Gregoritsch kommt aus 20 Metern völlig unbedrängt zum Schuss. Vladimir Darida grätscht in die Schussbahn, fälscht den Ball unhaltbar für Rune Jarstein ab. Nach dem Seitenwechsel ist Hertha etwas agiler, ohne jedoch wirklich zu erstklassigen Möglichkeiten zu kommen. Augsburg dagegen staubtrocken: Sergio Cordova kommt für den angeschlagenen Gregoritsch (59.) und trifft mit seinem ersten Ballkontakt zum 0:2 (61.). Letzter Aufreger: Augsburgs Marcel Heller tritt im Mittelfeld Palko Dardai von hinten in die Hacken – Schiri Fritz zieht zurecht glatt Rot (90.)!

BZ vom 29.04.2018horizontale linie
Hertha BSC vs RB Leipzig 2:6 vom 12.05.2018
Heimpleite gegen Leipzig 2:6!
Böse Klatsche statt Schluss-Applaus für Hertha
von Von Roberto Lamprecht und Marcel Braune vom 12.05.2018

Peinliches 2:6 gegen Leipzig zum Saison-Finale! Dabei hatte Dardai Offensiv-Spektakel gefordert. Mitchell Weiser fehlt beim Abschied aus Angst vor Pfiffen

Herthas Saison endet mit einer Enttäuschung. Vor 60.502 Zuschauern verlieren die Berliner im Olympiastadion 2:6 (1:3) gegen RB Leipzig und beenden die Spielzeit auf Platz zehn.
Statt Schluss-Applaus gibt es für die Berliner eine fiese Klatsche. Dardai hatte vor dem Spiel ein Offensiv-Feuerwerk gefordert: „Wir werden alles riskieren, wollen stürmen und den Fans einen Sieg schenken.“ Er setzt auf ein offensives 4-4-2-System, lässt neben Selke auch Kapitän Ibisevic stürmen. Doch die Tor-Party geht nach hinten los.

Dardai: „Schönwetter-Fußball“

Hertha wird vorgeführt, ist über 90 Minuten nie auf Augenhöhe mit den Sachsen. Ob nach Standardsituationen oder aus dem Spiel heraus – fast jeder Angriff der Gäste wird gefährlich. So qualifiziert Leipzig sich noch für die Europa League, während Hertha nur einen Punkt aus den letzten drei Spielen holt. Dardai: „Wir standen viel zu offen, das war Schönwetter-Fußball. Die Zuschauer haben eine Menge Tore gesehen, aber leider nicht von uns.“ Die erste Überraschung gibt es schon vor dem Anpfiff: Mitchell Weiser fehlt bei der Verabschiedung! Er bat Manager Preetz am Freitagabend, sich lieber im kleinen Kreis verabschieden zu wollen. Heißt: Weiser (geht zu Leverkusen) hat Angst vor Pfiffen! Auch einen möglichen Einsatz in der Startelf hatte er am Donnerstag im Vier-Augen-Gespräch mit Trainer Dardai durch die Blume abgelehnt. So wird nur Julian Schieber verabschiedet. Er erhält von Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer einen Blumenstrauß sowie eine Bilder-Collage mit dem Schriftzug „Danke Julo.“

Torunarigha entschuldigt sich intern

Schieber: „Es war ein emotionaler Moment. Ich hätte diese Art der Verabschiedung von den Fans nicht erwartet. Das bedeutet mir viel. Selbst wenn das Stadion manchmal nicht so voll ist. Auf die Jungs in der Kurve war immer Verlass. Ich bin froh, dass ich ein Teil der Hertha Familie sein durfte.“ Der Stürmer sitzt vorerst auf der Bank, wird nach 58 Minuten eingewechselt. In die Startelf rückt Jordan Torunarigha. B.Z. erfuhr: Der Verteidiger hat sich intern bei Trainer und Team für seine Kritik nach Nicht-Berücksichtigung („sie werden dich ignorieren, bis sie dich brauchen“) entschuldigt. Für Hertha ist es die zweite Klatsche in Folge im letzten Spiel der Saison. In der vergangenen Spielzeit gab es ebenfalls ein 2:6 im Olympiastadion, damals gegen Leverkusen. Durch die Pleite rutschen die Berliner in der Heim-Tabelle auf Platz 16, stehen dort sogar hinter dem Absteiger aus Hamburg. Wohl auch ein Grund für die schwachen Zuschauerzahlen in dieser Saison. So endet für Hertha eine Achterbahn-Saison zwischen Europa-Hoffnungen und Abstiegskampf. Dardai: „Nächstes Jahr greifen wir wieder an.“

BZ vom 12.05.2018horizontale linie
U19 siegt gegen Schalke
Hertha BSC-Junioren erstmals deutscher Meister
BZ vom 27. Mai 2018

Die U19-Fußballer von Hertha BSC sind zum ersten Mal deutscher Meister der A-Junioren-Bundesliga.

Das Team um die Bundesliga-Profis Arne Maier und Palko Dardai setzte sich am Sonntag im Finale in Oberhausen mit 3:1 (2:0) gegen den Nachwuchs des FC Schalke 04 durch. Für die Berliner Mannschaft von Ex-Profi Michael Hartmann war es vor den Augen von Cheftrainer Pal Dardai im ersten U19-Finale der Vereinsgeschichte der erste Meistertitel.

Schalke verpasst fünften Meistertitel

Schalke dagegen verpasste seinen insgesamt fünften Meistertitel in dieser Altersklasse. Die Königsblauen erwischten vor 9400 Zuschauern den besseren Start, Hertha schlug aber bei Standardsituationen zweimal eiskalt zu. Florian Krebs gab zunächst die Vorlage zum 1:0 durch Verteidiger Panzu Ernesto (9. Minute), dann traf der 19-Jährige per Freistoß zum 2:0 (26.). Ahmed Kutucu gelang für Schalke ebenfalls per Freistoß der Anschluss (62.), ehe Maier alles klar machte (83.). Palko Dardai vergab kurz vor Schluss noch einen Foulelfmeter (89.). Die Schalker hatten als Meister der West-Staffel im Halbfinale die U19 von 1899 Hoffenheim besiegt, Berlin setzte sich als Meister der Staffel Nord/Nordost gegen Titelverteidiger Borussia Dortmund durch.

BZ vom 27.05.2018horizontale linie